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Tipps zum sparsamen Fahren (Ecodrive)

Oekologische Fortbewegung ist auch zügig, aber anders!

Zielsetzungen:

Wenig Treibstoff verbrauchen, begrenzte Ressourcen schonen
Wenig Treibhausgas CO2 produzieren -> Klima schonen
Wenig Schadstoffausstoss: Menschen schonen
Kostengünstig an den Bestimmungsort gelangen - ausgeglichene Fahrweise spart Treibstoff und Reifenabrieb
Zur sicheren Fahrweise: Mehr Infos...

Geeignete Modelle gibt es zahlreiche

Der Verkehrsclub der Schweiz gibt jährlich eine Tabelle
mit den wichtigsten Daten von sparsamen Modellen heraus:
"VCS Auto-Umwelt-Liste 2017

Kleine Auswahl:

Honda Insight VW Polo 1.2 TSI Turbo Volvo C30 1.6 D DRIVe Mitsubishi Electric Vehicle
ECE-Normverbrauch 4.1 L
Eigener Verbrauch 4.5 L
ECE-Norm 4.8 L
Eigener Verbrauch 4.9 L
ECE-Norm 3.8 L
Eigener Verbrauch 4.8 L D
(Elektrizität)
Es beginnt beim Autokauf: das richtige Auto wählen

Geringes Gewicht: ca 1000-1200 kg
windschnittig, Höhe etwa 1.40 m, kein "Geländewagen"
Hubraum: Benzin-Motor max. 1000-1400 ccm, Diesel max 1600 ccm, aber mit Turboaufladung
kein Allradantrieb, keine Breitreifen, 80-140 PS.
Wählen Sie ein Auto mit "Blue Technology" oder eine andere Sparsamkeitsversion, welche technisch 'richtig' ausgestattet ist: flacher Unterboden, gewichtsoptimiert, aerodynamisch, mit Start-Stopp-Automatik, Leichtlaufreifen, Rückgewinnung von Bremsenergie, Anzeige des Momentan- und Durchschnittsverbrauchs; Normverbrauch maximal 5.2 L, realer Verbrauch 4.5 - 5.5 L.


Wie lerne ich oekologisch fahren?

Fahr-Regeln
Am wichtigsten ist das technische Denken, das Vorausschauen, das Beobachten von Drehzahl und Momentanverbrauch. Nach 1-2 Wochen bekommt man es ungefähr ins Gefühl, nach 3-5 Monaten hat man den Dreh mit einem Minimalverbrauch raus.

Technisch Denken und oekologisch fahren am Beispiel des
VW Polo 1.2 TSI BlueMotion:

Gute Beschleunigung hat er ab 1600 Umdrehungen. Im Verkehr mitschwimmen kann ich auch mit 1200-1500 Umdrehungen. Wenn ich innerorts mit kaum Gas auf eine Kreuzung zu rolle, kann ich die Drehzahl bis auf 1000 Touren fallen lassen. Heutige Motoren machen das klaglos mit, früher fuhren wir immer mit 2000-3000 Touren.

Beachten Sie die Anzeige des Momentanverbrauches, um zu lernen, wann Ihr Fahrzeug sparsam oder nicht sparsam fährt.



Polo-Regeln:
- In der Warmlauf-Phase nie über 2000 drehen.
- Im lockeren Kolonnenverkehr bei 1700 hochschalten.
- Wenn Motor warm: Nach Kreuzung 2 Wagenlängen im 1. anrollen, dann im 2. zügig auf 50 beschleunigen, direkt in den 5. Gang schalten. So sind Sie kein Verkehrshindernis und haben schon nach kurzer Zeit einen spritsparenden Gang drin. Der Blick auf den Bordcomputer, Durchschnittsverbrauch, bestätigt Ihnen, dass dies eine effiziente Fahrweise ist.

- Ausserorts möglichst lange und oft im 5. oder 6. Gang fahren
- Keine hektischen Bewegungen mit dem Gasfuss; Beschleunigen mit Drittelgas
- Ueberholen: Ansetzen mit 2000 Touren, mit Vollgas hochdrehen bis 4000, schalten

- Schaltpunkte im Kolonnenverkehr:
Der 2. Gang kann ab 15 km/h benutzt werden, der 3. ab 30,
der 4. ab 40, der 5. ab 50, der 6. ab 55/60.
Auf der Autobahn etwa 115-120 fahren.

Kurven und Kreuzungen befahren

- Kurven rund, mit offenem Radius nehmen, möglichst mit gleichbleibender Geschwindigkeit; je enger eine Kurve ist, umso stärker wird ein Fahrzeug abgebremst. Powerslide => hoher Verbrauch.
- Uebersichtliche, leere Kreisel im 3. Gang umrunden
- Bei Dorfeinfahrten: ca 300 m vor dem 50er-Schild vom Gas gehen, das Auto verlangsamt selbständig ohne Benzinverbrauch von 80 auf rund 50.
- Vor Ampeln, Baustellen oder anderen Hindernissen frühzeitig vom Gas gehen
- Topografie optimal ausnutzen: Gegen die Talsohle zu etwas Gas geben und in der Gegensteigung nur die Geschwindigkeit halten, nicht beschleunigen.

Diese oekologische Fahrweise ergibt, wenn man nicht längere Bergfahrten zu absolvieren hat, einen Durchschnittsverbrauch von 4.5 bis 4.9 L/100Km! --> Sensationell!
Dabei ist inbegriffen, dass ich die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten ausserorts vollumfänglich ausnutze!

Nachts fahre ich 15% schneller, aber 5% sparsamer.
Grund: Ich habe keine Langsamfahrer vor mir, bleibe länger im 6. Gang und kann Kreuzungen mit gleichmässigerer Geschwindigkeit befahren; kein stop and go!

Zusätzliche Hinweise:
Keinen unnötigen Ballast oder Dachträger mitführen
Pneudruck mindestens wie vorgeschrieben einstellen, besser 0.1-0.3 bar höher einstellen
Druck jeden Monat kontrollieren.

>> FAZIT: Sie sparen Energie und Geld, aber kommen genauso gut voran wie der Offroader, der 9-12 L braucht. Sie fahren mit einer Tankfüllung rund 800-1000 Km weit!
Und Ihre Reifenabnutzung ist geringer.

Die oben erwähnten Regeln lassen sich gut auch auf einen Diesel mit 1.6 L Hubraum anwenden.
Benziner mit Saugmotor benötigen generell etwas höhere Tourenzahlen, unten durch wirken sie ziemlich lahm.





Wenn Sie daran interessiert sind, wie viel Treibstoff andere Fahrer mit dem gleichen Modell verbrauchen, wie Sie es fahren, gehen Sie auf www.spritmonitor.de.
Geben Sie die Daten ihres Wagens als Selektionskriterien ein. Sie erhalten dann eine Liste mit den gewünschten Fahrzeugen und zugehörigen Verbrauchswerten, beginnend mit dem sparsamsten.

Mit einem ökologischen Fahrstil, wie er oben beschrieben wird, kommt man etwa unter die 10% Fahrer, die am wenigsten verbrauchen.
Inwiefern die ECE-Verbrauchsnorm lügt . . .

Wie schon alle Fachzeitschriften bemängelt haben, ist die ECE-Norm eine beschönigende Norm: Es werden in etlichen Zeitintervallen nur Geschwindigkeiten von 30-50 Km/h gefahren, die Beschleunigungsphasen sind sehr langsam, so dass ein rassiges Auto mit hohem Verbrauch diesen besser verstecken kann, und die Autobahnintervalle sind auch zu phlegmatisch mit relativ gleichmässiger Geschwindigkeit. Dazu werden immer die leichtetsten, weil am magersten ausgestatteten Modelle ohne Klimaanlage, ohne Breitreifen, ohne Luxuseinrichtung mit elektrischen Verstellmotoren getestet. Ausserdem werden möglichst alle elektrischen Verbraucher ausgeschaltet, die nicht unmittelbar fürs Fortkommen notwendig sind (Klimaanlage, Licht, Bordcomputer, Radio/CD). Einige Hersteller wie Mini haben sogar absichtlich den 3. Gang so lang gestuft, dass dies die Verbrauchsmessung positiv beeinflusst, denn gewisse Abschnitte müssen "im 3. Gang" gefahren werden. In der Praxis dreht man aber bei solchen Wagen den 2. Gang dafür länger hoch, so dass der 'günstige Verbauch' eben wieder vermasselt wird! Der 90-PS-Grundmotor der Grösse 1.6 L bei Mini hatte 2011 einen 3. Gang, der bis 160 Km/h reicht! Demensprechend lahm ist jedoch die Beschleunigung, wenn man ab 40 hochdrehen will. Dafür wird der ECE-Verbrauch mit 5.1 L angegeben, eine drastische Untertreibung.
Fazit: Die Verbrauchsmesswerte nach ECE-Norm sind alle zu tief.

Für die Praxis heisst das: Wenn ein Benziner einen ECE-Normverbrauch von 5.9 L hat, muss bei ökologischer Fahrweise mit 6.5 L, bei eher "sportlicher Fahrweise" mit 8-9 L gerechnet werden. Andersherum: Mit vorsichtigem Gasgeben und ausgeglichener (ökologischer, aber nicht langsamer) Fahrweise gelingt es in der Regel, bis zu 10 % an den ECE-Wert heranzukommen (vgl. oben angegebene Werte bei den 4 Modellen).

Diesel-Fahrzeuge haben grundsätzlich eine bessere Effizienz: Der Dieselmotor verbraucht weniger Treibstoff bei vergleichbarer Leistung, und er hat seine beste Beschleunigung bei eher tiefen Drehzahlen von 1500-2200 Umdrehungen, während der Benziner (ohne Turbo) meist erst bei 3500-4000 Touren richtig davonzieht. Tiefe Drehzahlen begünstigen einen tiefen Verbrauch.
Allerdings sind sie weniger sauber - siehe unten.
Der Benziner mit Turbo kann auch niedertourig gebaut werden, so dass er guten Durchzug ab 1500 hat, doch weil er so turbinenartig schön hochdreht, wird er von vielen nicht besonders sparsam gefahren. Nach oben nimmt der Turbo-Verbrauch extrem zu.



Warum ich nicht zum Kauf von Diesel-PW rate

Wie ich persönlich erfahren musste, sind auch Diesel-Modelle mit Partikelfilter nicht absolut sauber. Wegen Gestank aus dem Auspuff, wahrgenommen beim Rückwärtsfahren mit offenem Fenster, und Rauchentwicklung beim starken Beschleunigen verkaufte ich den 2-L-Diesel.
Ausserdem stossen Dieselmotoren systematisch mehr Stickoxide aus als Benziner (lungengängige Reizgase).
Die Partikelfilter werden bei der Regenerierung (Nachverbrennung) unter Fahrt teilweise nicht korrekt "gereinigt" und lassen bei diesem Vorgang massenhaft kleinste Russpartikel in die Aussenluft. Weiter ist der Ersatz des Filters mit Kosten von Fr. 1200 - 2000.- verbunden.
Die Gefahr, dass Manipulationssoftware die Abgasreinigung teilweise ausschaltet, ist ein zusätzliches Argument dagegen (VW-Dieselskandal).



Ein Beitrag von Martin Minder, Chauffeur auf VIP-Limousinen und Midibussen
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