Home Politik Segeln Foto Astro Verkehr Auto Motorrad Musik Kontakt
Energie Philosophie Reisen Buch Eco-Drive Frieden Familie Privatlinks Links
Verkehrssicherheit

Defensiv fahren

Defensiv fahren heisst kurz gefasst:

- Unter allen Umständen Kollisionen vermeiden
- Vorausschauen, Gefahrensituationen frühzeitig erkennen > Bremsbereitschaft
- Das Verkehrsgeschehen gut beobachten > Tempo entsprechend wählen
- Das Fahrzeug jederzeit beherrschen > Sicherheitsabstand
- Genaue Spurhaltung, Blinken > seine Absichten klar erkennbar machen
- Durch Abbremsen/Ausweichen akute Kollisionsgefahren minimieren
- Von Seiten der andern Verkehrsteilnehmer immer mit dem "Schlimmsten" rechnen

Testen Sie sich selbst: Wer in den letzten 12 Monaten keine Not-Bremsung hinlegen musste und keinem andern Verkehrsteilnehmer dazu Anlass gab, fährt umsichtig und defensiv.
Der abgebildete Kleinwagen Ford Fiesta stammt aus dem Jahr 1977. Damals war die Dichte der Motorfahrzeuge auf unseren Strassen nicht halb so gross wie heute.
Deshalb wird die umsichtige Fahrweise zunehmend wichtiger, damit Unfälle vermieden werden können.
Die modernen Autos haben bessere aktive und passive Sicherheit (Bremshilfe, Spurassistenten, Schutzsysteme) und verursachen fast nie mehr technisch bedingte Unfälle. Doch der Mensch am Lenkrad ist nicht fehlerfrei und verursacht durch Unachtsamkeit, eingeschränkte Fahrtüchtigkeit (müde, angetrunken), Unvorsichtigkeit, Bluffen mit "sportlicher Fahrweise", Selbstüberschätzung immer wieder Unfälle.

Führende Verkehrsexperten und Fahrlehrer haben auf der Suche nach einem möglichst sicheren Fahrstil die Unfallursachen analysiert und unter dem Begriff "Defensiv Fahren" eine optimal unfallverhütende Fahrweise beschrieben: Durch vorausschauende Fahrweise und angepasste Geschwindigkeit kann jeder Unfall vermieden werden!
Defensiv fahren heisst nicht:

- Zurückgelehnt mit 30 Km/h durch die Gegend gondeln,
- oder sich angstvoll hinter dem Steuerrad verkriechen,
- oder stets den andern den Vortritt zu lassen!

Es gibt gesetzliche Vorschriften, den Verkehr flüssig zu behalten, diese sind zu beachten. Wer den normalen Verkehrsfluss durch unnötiges Langsamfahren stört, macht sich strafbar! Er provoziert zudem gefährliche Überholmanöver von entnervten Hintermännern.

Den Verkehr genau beobachten:
Selbst fit und wach sein, vorausschauen, den rückwärtigen Verkehr häufig im Spiegel beobachten, Anzeichen erkennen, wenn sich ein anderer Verkehrsteilnehmer eventuell falsch verhalten wird.

Häufigstes Fehlverhalten:
Unkonzentriertheit am Steuer, Ablenkung durch Handy, SMS-Lesen und schreiben, emotionale Diskussionen, laute Musik. Fahren unter Stress, Übermüdung, unter Einfluss von Alkohol, Drogen oder schläfrig machenden Medikamenten. Lesen Sie die Packungsbeilagen Ihrer Medikamente, ob dort der Vermerk zu finden ist: "...kann das Bedienen von Maschinen und Fahrzeugen beeinträchtigen" oder "macht schläfrig".

Weitere psychologische Hinweise

Das Fahrzeug beherrschen:

Der Fahrzeugführer muss stets innerhalb der überblickbaren Strecke sicher anhalten können, wenn man nicht kreuzen kann, innerhalb der halben überblickbaren Strecke. In engen Dörfern und vor unübersichtlichen Kurven in bergigem Gebiet muss das Tempo drastisch reduziert werden.
Autofahren erfordert Geduld, Nachsicht und Toleranz!
Sich nicht provozieren lassen. Hören Sie langsame, versöhnliche Musik. Das Einhalten des Sicherheitsabstandes zum vorderen Fahrzeug ist oberstes Gebot: Im Normalfall 1.5 - 2 Sekunden. Bei Autobahntempo 120 entsprechen 1.5 Sek ganzen 50 Metern oder 10 Autolängen, 1 Sekunde Mindestabstand = 33 Meter (7 Autolängen). Wer öfter kürzer auffährt, erhöht sein eigenes Risiko und das des Vorausfahrenden! In kurzem Abstand fahren bewirkt einen Stress, den man sich selbst verursacht.

Sich selbst beobachten: Eigene kleinere Fahrfehler, "die sonst nie passieren", sollten Anlass sein zu erhöhter Konzentration oder zum Einlegen einer Pause!

Autofahren ist eine Risikosportart, keine Nebenbeschäftigung!

Häufigstes Fehlverhalten:
Selbstüberschätzung in Party-Stimmung am Wochenende, oft mitverursacht durch Alkohol und aufputschende Getränke; verleitet zum nahen Aufschliessen, zu hohem Tempo auf unübersichtlichen Strecken und zu riskanten Überholmanövern. Dazu ist die Reaktionszeit verlängert. Überhöhte Geschwindigkeit ist eine sehr häufige Unfallursache.

Woran erkennt man einen aggressiven Fahrzeuglenker?
An ungleichmässiger, eher hochtouriger Fahrweise, unnötigem Gasgeben und Bremsen, nahem Aufschliessen, abrupten Spurwechseln, Lichthupen auf der linken Autobahnspur, wenn der Vorderwagen nicht gleich zur Seite fährt, unanständigen Handzeichen.

Lassen Sie ihn überholen und denken Sie an etwas anderes, Schöneres!

Versteckte Gefahren - Physik auf der Strasse

Versteckte Gefahren erkennen und die Strasse richtig einschätzen:
Vor Kurven genügend abbremsen, in bewohntem Gebiet auf Kinder gefasst sein, bei Baustellen mit Bulldozern und manövrierenden Lastwagen rechnen etc. Fallendes Laub im Herbst, schmierige Strassenoberfläche bei einsetzendem Regen beachten.

Neuschnee:
Die Reifenhaftung nimmt bei Neuschneeglätte ab auf ca. 10-20% der Normalhaftung auf trockener Strasse. Das bedeutet, dass man für das sichere Durchfahren einer Kurve nur etwa einen Drittel der normalen Geschwindigkeit fahren darf. (Die Querbeschleunigung steigt mit dem Quadrat der gefahrenen Geschwindigkeit).

Der technische Zustand des Fahrzeuges muss ok sein: Luftdruck und Profil der Reifen, Lenkung, Bremsen, Stossdämpfer, Beleuchtung voll funktionstüchtig. Die Scheiben gereinigt, schneefrei; Gepäck so befestigt, dass es nicht umherrutschen kann.

Grössere Fahrten sollen geplant werden

Wer zu spät startet, kommt zu spät an. Im Verkehr lässt sich keine nennenswerte Zeitersparnis herausholen. Darum ist es klug, die Fahrzeit mit einem Routenplaner ausrechnen zu lassen und etwas zusätzliche Zeit für Pausen und Auftanken einzuplanen, zB pro 3 Std. reine Fahrzeit eine 4. Stunde. Tageszeit und Wochentag einkalkulieren mit den entsprechenden Staugefahren.

Kritische Zeiten sind gemäss Statistik Freitagabend, Samstag nach Mitternacht, Montagmorgen: Da gibt es zunehmend gestresste, unvorsichtige und zerstreute Fahrer und dementsprechend mehr Unfälle.
Richten Sie Ihre Geschwindigkeit stets nach den gleichen Kriterien: Angepasst an Wetter, Sicht, Strassenzustand, Ihr Fahrzeug, Ihr Können und die Verkehrsverhältnisse.

Ein Beitrag von Martin Minder, Chauffeur auf VIP-Limousinen und Midibussen
Die gefährlichsten Irrtümer im Schweizer Verkehr
Praktische Tipps zum sparsamen Fahren